Bestände und Quellen aus sieben Jahrzehnten
Archive
Über sieben Jahrzehnte sind in der Galerie Walu, bei Hammer Auktionen und durch eigene Sammeltätigkeit Bestände zusammengekommen, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt: Karteikarten und Objektfotografien, Ausstellungsunterlagen und Auktionsdaten, Fotonachlässe und historische Postkarten. Sie werden nach und nach erschlossen und hier schrittweise zugänglich gemacht. Diese Seite ist ein erster Einblick.
Drei Nachlässe, 1930er- bis 1990er-Jahre
Fotosammlungen
Unter anderem ergänzen folgende drei fotografische Nachlässe das Archiv. Sie zeigen die Kunst Afrikas aus drei Blickwinkeln: als Objekt vor der Kamera, als Reiseeindruck und im Ritual vor Ort.
Objektkarte Winizki. Dogon Skulptur.
Ernst Winizki
1915–1997, Zürich
Sammler, Händler und Fotograf. Winizki nahm seine Objekte selbst auf und veröffentlichte 1972 den Band «Gesichter Afrikas». Zum Nachlass gehören die Objektaufnahmen und die zugehörige Kartei. Auf einer Karte von 1960 steht als Herkunft: David, Basel. Die Bestände verweisen aufeinander.
Diakästen aus dem Nachlass Fusbahn, von seiner Hand beschriftet.
Heinz-Werner Fusbahn
Reisen ab 1932
Ingenieur und Pilot. Fusbahn flog ab 1932 fast jährlich nach Afrika, zunächst mit seiner Frau, der Flugpionierin Margaret Fusbahn, später allein. Seine Aufnahmen entstanden auf diesen Reisen.
Aus dem Nachlass Walter Othmar Schicker, 1940er-Jahre.
Walter Othmar Schicker
Aufnahmen der 1940er-Jahre
Schweizer Fotograf. Schicker hielt in den 1940er-Jahren rituelle Handlungen im subsaharischen Afrika fest: Masken, Tänzer und Musiker im Gebrauch, also das, was am Objekt allein nicht mehr sichtbar ist.
Die drei Nachlässe werden nach und nach digitalisiert. Einzelne Aufnahmen auf Anfrage erhältlich.
Um 1900 bis 1930
Historische Postkartensammlung
Postkarten aus der Kolonialzeit waren Massenware. Heute sind sie seltene Quellen: Sie zeigen Töpferwaren auf dem Markt von Kpandu, einen Nkisi Nkondi am unteren Kongo, Bondo-Masken in Sierra Leone. Objekte im Gebrauch, an ihrem Ort, in ihrer Zeit.
Die Sammlung umfasst tausende Karten, geordnet nach Regionen und Motiven. Sie tragen den Blick ihrer Zeit; gerade deshalb sind sie für die Kontext- und Provenienzforschung unersetzlich.
Digitalisierung in Vorbereitung.
Seit 1957
Archive Gallery Walu
1957 gründeten René und Denise David die Galerie Walu. Jedes Objekt, das seither durch die Galerie ging, ist einzeln verzeichnet: Karteikarte mit Foto, Massen, Herkunft und Verbleib, geordnet nach Kulturen und Regionen. Dazu kommen die Korrespondenz mit Sammlern und Museen, die Unterlagen zu allen Ausstellungen, eigene Kataloge und eine über Jahrzehnte gewachsene Fachbibliothek.
Der Karteikasten war das Gedächtnis der Galerie, lange bevor es Datenbanken gab. Heute ist er die Grundlage für Provenienz- und Vergleichsrecherchen.
Recherchen zu einzelnen Objekten auf Anfrage.
2003–2014 · Afrikanische Kunst
Archiv Koller Auktionen
Von 2003 bis 2014 verantwortete Jean David als leitender Experte die Auktionen für Afrikanische Kunst bei Koller. Aus diesen Jahren stammen Kataloge und Objektbeschreibungen, Fotografien, Expertisen und Zuschlagsdaten, dazu die Korrespondenz mit Einlieferern, Sammlern und Museen.
Das Material schliesst die Lücke zwischen Galerie- und Auktionsarchiv und ist für Provenienzfragen aus diesen Jahren oft die entscheidende Quelle. Einzelne Auktionskataloge sind als gedruckte Ausgaben im Shop erhältlich.
Recherchen zu einzelnen Objekten auf Anfrage.
Seit 2016 · über 160 Auktionen
Datenbank Hammer Auktionen
Seit der Gründung 2016 hat Hammer Auktionen über 160 Auktionen durchgeführt. Jedes Los ist mit Fotografien, Beschreibung, Provenienz, Literatur und Ergebnis erfasst: mehrere tausend Objekte, die sich vergleichen, nachschlagen und zurückverfolgen lassen.
Die Datenbank ist der jüngste und am vollständigsten digitalisierte Teil des Archivs.
Recherche und Zugang
Die Bestände werden schrittweise digitalisiert und einzeln hier zugänglich gemacht. Bis dahin werden Anfragen zu Provenienz, Vergleichsstücken und Ausstellungsgeschichte einzelner Objekte persönlich beantwortet.
Sobald neue Bestände online sind, informiert der Newsletter darüber.






